Drohne können Menschen lebenretten
Luk Boving
Luk Boving

Drohnen für humanitäre Hilfe anstatt für Krieg und Zerstörung

Das Drohnen ein unfassbares Potenzial besitzen, steht außer Frage. Nicht ohne Grund setzen Weltkonzerne wie Amazon große Stücke auf die vielseitigen Flugobjekte. Auch viele Experten sprechen Drohnen eine vielversprechende Zukunft zu. Sie sollen künftig für unterschiedlichste Zwecke zum Einsatz kommen. Allen voran natürlich im Transport – Amazon Packet-Lieferungen, aber auch im Bereich der humanitären Hilfseinsätze. 

Können Drohnen Menschenleben retten?

In den Köpfen vieler Menschen ist die Vorstellung von Drohnen mit Krieg und Leid behaftet. Nicht ohne Grund – denn speziell das US-amerikanische Militär rüstete in den letzten 10 Jahren enorm im Bereich der Kampfdrohnen auf. Schon allein der Name der bekanntesten US-Militärdrohne klingt furchteinflößend ‚‚MQ-Reaper‘‘ zu Deutsch ‚‚der Sensenmann‘‘. Inzwischen heißt es umdenken, denn Drohen erweisen sich als hilfreiches Werkzeug für uns Menschen. Es gibt schon viele erfolgreiche Einsätze sogenannter ‚‚Copter‘‘. So werden die Gegenstücke der militärischen Drohnen umgangssprachlich genannt. 

Start-ups wie Matternet aus dem Silikon Valley oder Mamabird haben sich demzufolge auf den Bau solcher Copter spezialisiert. Sie sind darauf ausgelegt, Menschen in Ausnahmesituationen bzw. Krisengebieten in abgelegenen Gegenden mit Proviant und Medikamenten zu versorgen. Solche Lieferungen könnten z. B. auch in Kriegsgebiete wie der Ukraine oder durch Erdbeben heimgesuchte Orte erfolgen, wo es für bemannte Transporte zu gefährlich wäre. 

Humanitäre Hilfsdrohnen – Auch deutsche Wissenschaftler sind beteiligt

Im Katastrophenfall ist es für Einsatzkräfte von Hilfsorganisationen äußerst wichtig, das Ausmaß der Schäden an Gebäudestrukturen und Verkehrswegen möglichst schnell festzustellen. Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben dazu ein Projekt mit dem namens ‚‚Drones4Good‘‘ ins Leben gerufen. Dabei entwickeln sie in Kooperation mit unterschiedlichen internationalen Institutionen eine auf künstlicher Intelligenz (KI) basierte Technologie, die rasche drohnenbasierte Analysen für Katastrophengebiete ermöglicht. 

Im Zuge des Projekts werden bereits Tests in der Praxis durchgeführt. Das Endziel, während eines Flugs sollen die Drohnen im Ernstfall mit bis zu 140 km/h mittels installierter Kamera Bilddaten in Echtzeit, noch während des Fluges auswerten. Dabei ist vorgesehen, dass die Helfer am Boden in Windeseile extrahierte Geo-Informationen über die tatsächliche Lage der betroffenen Region zugesandt bekommen. Das ermöglicht den Hilfsorganisationen keine wertvolle Zeit zu verlieren, um Menschenleben zu retten. 

Simuliert wurden diese Szenarien bereits im Herbst 2021. Auch das Abwerfen von Hilfsgütern durch Drohnen, ohne dabei Menschen oder Infrastruktur zu gefährden, wird auf Hochtouren perfektioniert. Neben Sucheinsetzen werden sie künftig bei Großveranstaltungen, wie Konzerten oder Festivals eingesetzt, wo es zu großen Menschenansammlungen kommt. Die Luftunterstützung soll da den Einsatz für Sanitäter am Boden erleichtern. Zusammengefasst zeigt die Praxis, dass Drohnen weit mehr können, als Krieg führen.   

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